Das Wunder der bunten Flügel

Es war ein sonniger Nachmittag im April.
Ein kleines Mädchen saß am Wegrand und beobachtete ganz genau eine dicke Raupe, die sich mühsam über ein frisches Frühlingsblatt schob.

„Das muss doch anstrengend sein“,
flüsterte das Mädchen.
„Immer nur am Boden, immer nur langsam.“

Ein alter Gärtner, der gerade die ersten zarten Triebe goss, hörte das und lächelte. „Warte ab, kleines Entdeckerherz“, sagte er sanft. „In dieser Raupe schlummert ein Geheimnis, das nur die Frühlingssonne wecken kann.“

Die Tage wurden länger, und der April schickte mal Regen, mal Sonnenschein.
Die Raupe hatte sich zur Ruhe gebetet und war in einem festen Kokon verschwunden.

Doch heute geschah es: Die Hülle platzte lautlos auf. Ein zitterndes Etwas schob sich ins Licht. Die Flügel waren noch feucht und ganz klein zusammengefaltet.

„Er schafft es nicht!“, rief das Mädchen besorgt. „Doch“, antwortete der Gärtner ruhig. „Er muss jetzt pumpen. Er muss seine Kraft aus seinem Inneren bis in die Spitzen der Flügel schicken. Dieser Moment der Anstrengung ist es, der ihn später fliegen lässt.“

Und tatsächlich: Mit jedem tiefen Atemzug der Natur entfalteten sich die Flügel mehr und mehr. Plötzlich leuchtete ein prächtiges Zitronengelb im Licht. Der Schmetterling verharrte einen Augenblick, als würde er tief einatmen, und dann – mit einer Leichtigkeit, die fast wie ein Wunder wirkte – erhob er sich in die Lüfte. Er tanzte über die ersten Blüten, frei und schwerelos.

Der Gärtner sah dem Mädchen in die Augen. „Weißt du“, sagte er leise, „wir Menschen sind manchmal wie diese Raupe. Wir fühlen uns im Alltag oft schwer oder festgefahren. Aber in jedem von uns schlummert die Kraft zur Entfaltung. Der April zeigt uns: Alles braucht seine Zeit. Manchmal brauchen wir nur einen Moment der Ruhe, einen tiefen Atemzug und das Vertrauen, dass unsere Zeit zum Fliegen gerade beginnt.“

Das Mädchen lächelte, breitete die Arme aus und hüpfte los. In diesem Moment fühlte sie sich selbst so leicht wie ein Schmetterling.


Dein Impuls:
Hast du gewusst, dass ein Schmetterling erst einmal ganz stillsitzen muss, bevor er losfliegen kann? Seine Flügel müssen in der Sonne trocknen und fest werden.
Genau wie der kleine Falter in der Geschichte brauchst auch du manchmal eine Pause, um richtig stark zu werden.

Deine Übung:
Wenn du das nächste Mal draußen bist (vielleicht im Garten oder Park), such dir einen Sonnenplatz. Breite deine Arme ganz weit aus – wie große Schmetterlingsflügel.

Die Aufgabe:

Versuche, so lange wie möglich ganz stillzustehen und die Sonne auf deinen „Flügeln“ zu spüren. Atme dabei dreimal tief durch die Nase ein und den Mund wieder aus.

Der Gedanke:
Spürst du, wie die Energie in deine Fingerspitzen wandert? Jetzt bist du bereit für dein nächstes Abenteuer! Hüpf los, genau wie das Mädchen in der Geschichte.


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Rechtlicher Hinweis:
Die hier angebotenen Impulse und Entspannungsübungen dienen der Prävention, der allgemeinen Gesundheitsförderung und der Steigerung des persönlichen Wohlbefindens.
Sie stellen keine medizinische Diagnose oder Therapie dar
und ersetzen nicht die Untersuchung oder Behandlung durch einen Arzt, Psychotherapeuten oder Heilpraktiker.
Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an einen qualifizierten Mediziner. Die Umsetzung der Übungen erfolgt eigenverantwortlich.